
-2,25 MILLIONEN TONNEN ENERGIE IN ÖLÄQUIVALENTEN-
China hat die Vereinigten Staaten im Jahr 2009 als weltweit größten Energieverbraucher abgelöst. Wie die Internationale Energieagentur IEA am Montag einem Bericht der "Financial Times" zufolge mitteilte, verbrauchte China in 2009 2,25 Millionen Tonnen Energie in Öläquivalenten während der Energiebedarf der USA im vergangenen Jahr bei 2,17 Millionen Tonnen lag.
Im Jahr 2000 verbrauchten die Vereinigten Staaten noch drei Mal so viel Energie wie die Volksrepublik. In den letzten zehn Jahren habe die USA laut IEA die Energieeffizienz um 2,5 Prozent pro Jahr und China um 1,7 Prozent steigern können. Die IEA betonte, Chinas Dominanz habe zunehmenden Einfluss auf die globalen Strukturen der Energiemärkte. Die vorliegenden Zahlen seien noch vorläufig, der Trend sei aber klar, heißt es weiter. Peking soll die Angaben Medienberichten zufolge zurückgewiesen und die Daten der IEA angezweifelt haben.
China beeindruckt seit Jahren durch einen stetig wachsenden Energiehunger, steigenden Konsum und eine boomende Exportwirtschaft. Die Volksrepublik gewinnt bisher 70 Prozent ihrer Energie aus Kohle und löste zuletzt Japan als drittgrößten Kohleimporteur ab. Bis zum Jahr 2020 sollen jedoch 15 Prozent des Energiebedarfes aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden.
Um dem wachsenden Energiehunger des Landes gerecht zu werden, investierte China zuletzt unter anderem in den Bau einer Raffinerie in Nigeria. Die 8 Milliarden teure Ölverarbeitungsanlage soll eine Kapazität von 300.000 Barrel pro Tag erreichen und wäre damit die Größte des Landes. Die Anlage wird in der Wirtschaftsmetropole Lagos errichtet, in welcher bereits chinesische Firmen maßgeblich an der Erstellung der ?Sino-Nigerian Lekki Free Trade Zone? beteiligt waren. Medienberichten zufolge wird die ?China State Construction Engineering Corp.? 80 Prozent des Projektes finanzieren. Die verbleibenden 20 Prozent werden von der staatlichen ?National Petroleum Corp.? übernommen.
China wird aller Voraussicht nach seine Raffinerienkapazitäten innerhalb der nächsten fünf Jahre um ca. 50 Prozent erhöhen. Der Ausbau der Raffinerie-Industrie ist notwendig, um dem steigenden Energiebedarf der weltweit am schnellsten wachsenden Volkswirtschaft gerecht zu werden. Ende 2015 könnte das Land in der Lage sein, jährlich mehr als 750 Millionen Tonnen Rohöl zu verarbeiten. Das entspräche einer Steigerung von etwa 50 Prozent, wenn man die angepeilten 507,5 Millionen Tonnen des Jahres 2010 als Grundlage nimmt.
Der Import von Rohöl nach China dürfte nach Schätzungen des größten Ölunternehmens des Landes ?China National Petroleum Corp - CNPC? in diesem Jahr Rekordwerte erreichen. Laut ?CNPC? müsse das Riesenreich in den nächsten zehn Jahren bis zu 70 Prozent des Rohölbedarfs durch Importe abdecken.